dogdog® Ratgeber
Die 10 häufigsten Ernährungsfehler bei Hunden
Eine gute Hundeernährung muss nicht kompliziert sein. Viele Probleme entstehen nicht durch eine einzelne «falsche» Zutat, sondern durch dauerhaft zu grosse Portionen, unbemerkte Snacks, häufige Futterwechsel oder ungeeignete Ergänzungen. Wer die häufigsten Fehler kennt, kann sie im Alltag leicht vermeiden.
1. Die Portion nur nach Augenmass bestimmen
Messbecher, Tassen und «eine Handvoll» sind ungenau. Schon kleine tägliche Abweichungen können über Monate zu einer Gewichtszunahme führen.
Besser: Tagesration mit einer Küchenwaage abwiegen. Die Packungsangabe dient als Startwert; passe sie anhand von Gewicht und Body Condition Score an.
2. Leckerli und Kauartikel vergessen
Belohnungen, Zahnpflege-Snacks, Kauartikel und Tischreste liefern zusätzliche Energie. Mehrere kleine Extras können eine relevante Mahlzeit ergeben.
Besser: Alle Extras in die Tagesration einrechnen. Nutze einen Teil des regulären Futters als Trainingsbelohnung.
3. Ein Futter wählen, das nicht zur Lebensphase passt
Welpen benötigen ein Wachstumsfutter, Erwachsene eine bedarfsgerechte Erhaltungsration. Im Alter können Aktivität, Energiebedarf und Muskelmasse neue Anforderungen stellen.
Besser: Lebensphase, Endgrösse, Aktivität und Gesundheit gemeinsam berücksichtigen. Die WSAVA empfiehlt, das Futter auf die individuellen Ernährungsbedürfnisse und die Lebensphase abzustimmen.
4. Das Futter zu schnell wechseln
Ein abrupter Wechsel kann weichen Kot, Blähungen oder Erbrechen auslösen – auch wenn beide Futtersorten grundsätzlich geeignet sind.
Besser: Neues Futter über mehrere Tage schrittweise untermischen. Sensible Hunde können länger benötigen. Bei einer therapeutischen Diät gilt die Anweisung der Tierarztpraxis.
5. Zu viele Dinge gleichzeitig verändern
Neues Hauptfutter, neue Leckerli und neue Zusätze zur gleichen Zeit machen es unmöglich zu erkennen, worauf der Hund reagiert.
Besser: Änderungen einzeln und kontrolliert vornehmen. Bei Beschwerden ein Fütterungstagebuch führen.
6. Zusätze ohne nachgewiesenen Bedarf geben
Bei einem vollständigen Alleinfuttermittel sind Vitamine und Mineralstoffe bereits abgestimmt. Zusätzliche Präparate können die Nährstoffbalance verschieben. Bei Welpen ist eine unkontrollierte Calciumgabe besonders problematisch.
Besser: Ergänzungen nur mit konkretem Ziel und nach fachlicher Empfehlung einsetzen.
7. Den Proteinanteil isoliert bewerten
Mehr Rohprotein bedeutet nicht automatisch bessere Proteinqualität. Entscheidend sind Aminosäureprofil, Verdaulichkeit und die Gesamtmenge, die der Hund tatsächlich aufnimmt.
Besser: Das komplette Nährstoffprofil beurteilen und bei Erkrankungen tierärztlichen Rat einholen.
8. Gewicht und Körperkondition nicht kontrollieren
Fell und Gewöhnung können schleichende Veränderungen verdecken. Die Waage allein berücksichtigt wiederum Muskelmasse und Körperbau nicht vollständig.
Besser: Gewicht, Rippen, Taille und Bauchlinie regelmässig prüfen. Der Body Condition Score verbindet Sicht- und Tastbefund.
9. Menschliche Lebensmittel unkritisch teilen
Tischreste sind häufig zu fett, salzig oder energiereich. Manche Lebensmittel sind für Hunde giftig, beispielsweise Weintrauben beziehungsweise Rosinen, Schokolade, Xylit und bestimmte Zwiebelgewächse.
Besser: Nur hundegeeignete Belohnungen geben und unbekannte Lebensmittel vorher fachlich prüfen.
10. Selbst gekochte Rationen nicht berechnen lassen
Fleisch, Reis und Gemüse wirken ausgewogen, decken aber ohne genaue Berechnung nicht automatisch alle Mineralstoffe, Vitamine und essentiellen Fettsäuren.
Besser: Langfristige Hausrationen durch eine qualifizierte tierärztliche Ernährungsberatung berechnen lassen.
Ein einfacher Kontrollplan
- Tagesration abwiegen
- Extras dokumentieren
- Körpergewicht regelmässig kontrollieren
- Körperkondition ertasten
- Futter nur begründet und schrittweise wechseln
- Veränderungen von Kot, Appetit und Aktivität beobachten
Fazit
Die wichtigsten Grundlagen sind einfach: passendes Alleinfuttermittel, abgewogene Tagesration, kontrollierte Extras und regelmässige Gewichtskontrolle. Je weniger unkoordinierte Änderungen vorgenommen werden, desto besser lässt sich erkennen, was einem Hund tatsächlich guttut.
