dogdog® Ratgeber

Was bedeuten die Zutaten im Hundefutter wirklich?

Die Rückseite eines Futtersacks enthält viele Angaben: Zusammensetzung, analytische Bestandteile, Zusatzstoffe und Fütterungsempfehlung. Wer diese Bereiche auseinanderhalten kann, beurteilt ein Hundefutter sachlicher – ohne sich von einzelnen Zutaten oder Marketingbegriffen täuschen zu lassen.

Die Rückseite eines Futtersacks enthält viele Angaben: Zusammensetzung, analytische Bestandteile, Zusatzstoffe und Fütterungsempfehlung. Wer diese Bereiche auseinanderhalten kann, beurteilt ein Hundefutter sachlicher – ohne sich von einzelnen Zutaten oder Marketingbegriffen täuschen zu lassen.

Kurz erklärt: Wie liest man die Deklaration von Hundefutter?

Die Zusammensetzung nennt die eingesetzten Zutaten beziehungsweise Zutatengruppen. Analytische Bestandteile zeigen gemessene Nährstoffgruppen wie Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und Rohasche. Zusatzstoffe werden aus technologischen, sensorischen, ernährungsphysiologischen oder zootechnischen Gründen eingesetzt. Entscheidend ist, ob das Futter als Alleinfuttermittel den Bedarf der passenden Lebensphase deckt und vom Hund gut vertragen wird.

Alleinfuttermittel oder Ergänzungsfuttermittel?

Diese Angabe gehört zu den wichtigsten auf der Verpackung:

  • Alleinfuttermittel: soll bei bestimmungsgemässer Verwendung den täglichen Nährstoffbedarf decken.
  • Ergänzungsfuttermittel: ist nur als Ergänzung gedacht und muss mit anderen Bestandteilen kombiniert werden.
  • Diätfuttermittel: verfolgt einen besonderen Ernährungszweck und sollte passend zur medizinischen Situation eingesetzt werden.

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen weist darauf hin, dass Futtermittelart, verantwortlicher Betrieb, Los, Nettomenge, Zusatzstoffe sowie bei Mischfuttermitteln weitere Angaben zur Kennzeichnung gehören.

Zusammensetzung: Was steckt im Futter?

Die Zusammensetzung listet die verwendeten Einzelfuttermittel. Sie kann einzelne Zutaten nennen oder rechtlich zulässige Kategorien verwenden. Die Reihenfolge richtet sich grundsätzlich nach dem Gewicht bei der Verarbeitung.

Dabei ist zu beachten: Frische Zutaten enthalten mehr Wasser als getrocknete. Eine Zutat kann deshalb weit vorne stehen, obwohl ihr Anteil nach der Verarbeitung anders zu bewerten ist. Die Rangfolge allein erlaubt keine vollständige Qualitätsbeurteilung.

Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse

«Nebenerzeugnisse» bedeutet nicht automatisch minderwertig. Dazu können nährstoffreiche Bestandteile wie Organe gehören. Entscheidend sind Herkunft, Auswahl, Verarbeitung, Nährstoffwert und Transparenz der konkreten Rezeptur.

Eine sehr spezifische Deklaration erleichtert die Auswahl bei bekannten Unverträglichkeiten. Sie beweist jedoch für sich allein nicht, dass die gesamte Rezeptur bedarfsdeckender ist.

Analytische Bestandteile verstehen

Rohprotein

Rohprotein beschreibt den rechnerisch ermittelten Gesamtgehalt stickstoffhaltiger Verbindungen. Der Wert sagt nicht allein, aus welchen Quellen das Protein stammt oder wie gut es verdaulich ist.

Rohfett

Rohfett umfasst die im Analyseverfahren erfassten Fette und fettähnlichen Stoffe. Fett liefert konzentrierte Energie und essentielle Fettsäuren. Der passende Gehalt hängt von Lebensphase, Aktivität und Körperkondition ab.

Rohfaser

Rohfaser bildet nur einen Teil der gesamten Nahrungsfasern ab. Ein niedriger oder hoher Wert ist nicht automatisch besser. Unterschiedliche Faserarten können Verdauung und Kotkonsistenz verschieden beeinflussen.

Rohasche

Rohasche ist kein zugesetzter Ascherest. Der Wert entsteht, wenn eine Probe im Labor verbrannt wird, und steht für die verbleibenden anorganischen Bestandteile, darunter Mineralstoffe.

Feuchtigkeit

Der Wassergehalt beeinflusst die Vergleichbarkeit von Trocken- und Nassfutter. Prozentwerte auf Originalbasis lassen sich zwischen Produkten mit stark unterschiedlicher Feuchtigkeit nicht direkt gleichsetzen.

Was sind Zusatzstoffe?

Zusatzstoffe können unter anderem Vitamine, Spurenelemente, Antioxidationsmittel oder technologische Hilfen umfassen. Ihre Funktion besteht beispielsweise darin, die Nährstoffversorgung sicherzustellen oder Produktstabilität zu ermöglichen.

«Ohne Zusatzstoffe» ist deshalb nicht automatisch hochwertiger. Wichtig ist, ob die Rezeptur vollständig, sicher und korrekt deklariert ist.

Sind Zutaten oder Nährstoffe wichtiger?

Beides gehört zusammen. Zutaten liefern Nährstoffe; der Hund benötigt letztlich Energie, essentielle Aminosäuren, Fettsäuren, Vitamine und Mineralstoffe in passenden Mengen. Eine attraktiv klingende Zutatenliste nützt wenig, wenn die Ration den Bedarf nicht deckt.

Die WSAVA empfiehlt deshalb zusätzlich Fragen zu Ernährungsfachwissen, Qualitätskontrolle, Eignung für die Lebensphase und Kaloriengehalt zu stellen.

So vergleichst du Hundefutter sinnvoll

  1. Futtermittelart und Lebensphase prüfen.
  2. Fütterungszweck und Zielgruppe lesen.
  3. Zusammensetzung bei Unverträglichkeiten kontrollieren.
  4. Analytische Bestandteile im Kontext betrachten.
  5. Energiedichte und Tagesration berücksichtigen.
  6. Herstellertransparenz und Qualitätskontrolle einbeziehen.
  7. Verträglichkeit, Körpergewicht und Kot beobachten.

Fazit

Eine Futterdeklaration wird verständlich, wenn Zusammensetzung, Analysen und Zusatzstoffe getrennt gelesen werden. Kein einzelner Wert beweist Qualität. Entscheidend ist die bedarfsdeckende Gesamtrezeptur für den individuellen Hund.

Autor: dogdog® Redaktion

Aktualisiert: 25.08.2026